Wenden Sie sich bitte an Ihren zuständigen Pfarrer oder Ihre Pfarrerin. Sie können mit ihr einen Tauftermin vereinbaren. In der Regel gibt es bestimmte Sonntage, an denen in den einzelnen Bezirke die Taufen stattfinden.
Mit Ihrem Pfarrer bzw. Ihrer Pfarrerin verabreden Sie einen Gesprächstermin, bei dem Sie den Gottesdienstablauf und den Taufritus besprechen. Eltern und Paten können sich bei der Gestaltung der Taufe mit einbringen. Liederwünsche können abgesprochen werden.
Bei der Taufe bekommt Ihr Kind einen Taufspruch zugesprochen, der es ein Leben lang begleiten soll. Vielleicht überlegen Sie schon im vorhinein, ob Sie einen geeigneten Bibelvers finden. In der Regel haben die PfarrerInnen eine Fülle geeigneter Bibelsprüche für Sie zur Auswahl.
Bedenken Sie bitte bei der Auswahl der Paten, das diese einer christlichen Kirche angehören müssen. Ebenso ist es notwendig, dass mindestens ein Elternteil Mitglied in der evangelischen Kirche ist. Nur in Ausnahmefällen ist es möglich, religionsunmündige Kinder konfessionsloser Eltern zu taufen. Über einen entsprechenden Antrag entscheidet das Presbyterium.
Das einleuchtendste Bild zur Bedeutung der Taufe liefert uns die Erzählung von der Taufe Jesu.
"Und es begab sich zu derzeit, daß Jesus aus Nazareth in Galiläa kam und ließ sich taufen von Johannes im Jordan. Und alsbald, als er aus dem Wasser stieg, sah er, daß sich der Himmel auftat und der Geist wie eine Taube herabkam auf ihn. Und da geschah eine Stimme vom Himmel: „Du bist mein lieber Sohn, an dir habe ich Wohlgefallen." Markus 1, 9-11
In der Taufe Jesu bekennt sich Gott zu Jesus als seinen Sohn. Das bedeutet Taufe bis heute. Gott bekennt sich in der Taufe zu uns als seinen Kindern. Es ist die Liebeserklärung Gottes an die Menschen. Zum Ebenbild Gottes geschaffen ist seine Würde unantastbar. In seiner Einzigartigkeit ist er hineingestellt in die Gemeinschaft mit anderen Menschen und die Schöpfung, die es zu bebauen und zu bewahren gilt. Das Ziel des menschlichen Lebens heißt: Reich Gottes, Glück, Frieden, Sinn und Geborgenheit.
Aus der Sicht der Menschen bedeutet Taufe das Bekenntnis zu Gott. In dem wir "Ja" sagen zu seinem kommenden Reich, übernehmen wir die Aufgabe, Glück, Frieden, Sinn und Geborgenheit für das Taufkind zu schaffen ebenso wie für alle Menschen.
Die Symbole, die wir bei der Taufe verwenden, helfen uns zu verstehen, was gemeint ist. Neben den Worten "Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes" ist das Wasser bei der Taufe unverzichtbar.
Wasser bedeutet Leben. Wo kein Wasser ist, ist Wüste, wächst nichts, grünt nichts, gibt es kein Leben, oder nur ein sehr eingeschränktes Leben. Wasser ist ein Symbol für Lebensfülle.
Wasser bedeutet Reinigung. So wie wir es tagtäglich verwenden so wird es auch im übertragenen Sinn gebraucht. In einer Welt, in der die Würde des Menschen und die Schöpfung tagtäglich mißachtet und verletzt werden, wird der Mensch zu einem neuen Leben im Sinne Gottes gereinigt.
Ein anderes Symbol ist das Licht. Das Licht der Taufkerze bedeutet Helligkeit, Wärme, Orientierung. Wie ein Licht in dunkler Nacht den Weg weist, so kann die Taufe eine Wegweisung sein zum Leben in dieser Welt.
Die Bibel kennt noch eine andere Geschichte, die gerne bei der Taufe erzählt wird. Sie handelt von der Würde der Kinder:
"Und sie brachten Kinder zu ihm, daß er sie anrühre. Die Jünger aber fuhren sie an. Als es aber Jesus sah, wurde er unwillig und sprach zu ihnen: Laßt die Kinder zu mir kommen und wehret ihnen nicht; denn solchen gehört das Reich Gottes. Wahrlich, ich sage euch: Wer das Reich Gottes nicht empfängt wie ein Kind, der wird nicht hineinkommen. Und er herzte sie und legte die Hände auf sie und segnete sie. Markus 10, 13-16
Die Zuwendung Jesu zu den Kindern ist selbstverständlich. Ohne jede Vorleistung gilt ihnen die Liebe Gottes. Unübersehbar ist die Provokation dieser Geschichte: Nicht die Kinder haben sich am Vorbild der Erwachsenen zu orientieren, sondern die Erwachsenen am Vorbild der Kinder! Vorbildlich ist ihr kindlicher Glaube, ihr Vertrauen darauf, daß so, wie ihre Eltern und Paten verläßlich für sie da sind, auch Gott für sie da ist. Erwachsene - reif und realistisch geworden - tun sich damit aller Erfahrung nach schwer.
Wundert es, wenn am Ende des Matthäusevangeliums der auferstandene Jesus den Auftrag erteilt:
"Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden. Darum gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker. Taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende. Matthäus 28, 18-20
Indem die Erinnerung an Gottes Reich wachgehalten und weitergesagt wird, beginnt es mitten unter uns zu wachsen. Unser Leben beginnt zu erblühen und schön zu werden.
weitere Taufsprüche finden Sie im Internet z.B. unter www.taufspruch.de